Migräne mit Aura ist eine spezielle Form der Migräne, bei der vor den eigentlichen Kopfschmerzen neurologische Symptome auftreten. Viele Menschen erleben dabei migräne mit aura, Kribbeln oder Sprachprobleme, die oft plötzlich beginnen und beunruhigend wirken können. Obwohl die Beschwerden meist vorübergehend sind, kann die Erkrankung den Alltag stark beeinflussen.
Die Aura dient gewissermaßen als Warnsignal des Körpers und kündigt eine bevorstehende Migräneattacke an. Nicht jede Migräne verläuft jedoch gleich, denn Intensität und Symptome unterscheiden sich von Person zu Person.
Was bedeutet „Aura“ bei Migräne?
Als Aura bezeichnet man neurologische Störungen, die kurz vor oder während einer Migräne auftreten. Die Beschwerden entwickeln sich meist schrittweise und verschwinden nach einiger Zeit wieder vollständig.
Die Aura dauert häufig zwischen 5 und 60 Minuten. Anschließend folgen oft starke Kopfschmerzen, manchmal bleibt die Aura jedoch auch ohne Schmerzen bestehen.
Häufige Symptome einer Migräne mit Aura
Die Beschwerden können unterschiedlich ausgeprägt sein. Besonders typisch sind Veränderungen der Wahrnehmung.
Sehstörungen
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Flimmern vor den Augen
- Lichtblitze
- Zickzack-Linien
- Unscharfes Sehen
- Ausfälle im Sichtfeld
Viele Betroffene beschreiben die Symptome als langsam wandernd.
Kribbeln und Taubheit
Ein unangenehmes Kribbeln tritt häufig in Händen, Armen oder im Gesicht auf.
Sprachstörungen
Manche Menschen haben Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Wörtern.
Schwindel
Auch Gleichgewichtsstörungen oder Unsicherheit beim Gehen können auftreten.
Wie entsteht Migräne mit Aura?
Die genauen Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Experten vermuten eine vorübergehende Veränderung der Aktivität bestimmter Nervenzellen im Gehirn.
Dabei breitet sich eine Art elektrische Reizwelle im Gehirn aus, die die typischen Aura-Symptome verursacht.
Mögliche Auslöser
Bestimmte Faktoren können eine Migräneattacke begünstigen.
Stress
Emotionale Belastungen zählen zu den häufigsten Auslösern.
Schlafprobleme
Zu wenig oder unregelmäßiger Schlaf kann Attacken fördern.
Hormonelle Veränderungen
Viele Frauen leiden besonders während hormoneller Schwankungen unter Migräne.
Ernährung
Einige Lebensmittel oder Alkohol können Beschwerden auslösen.
Sinnesreize
Starkes Licht, laute Geräusche oder intensive Gerüche gelten ebenfalls als Trigger.
Verlauf einer Migräneattacke
Migräne mit Aura verläuft häufig in mehreren Phasen.
Vorphase
Schon Stunden vorher können Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten.
Aura-Phase
Die neurologischen Symptome beginnen meist langsam und verstärken sich schrittweise.
Kopfschmerzphase
Danach folgen oft starke, pulsierende Schmerzen, häufig auf einer Kopfseite.
Erholungsphase
Nach der Attacke fühlen sich viele Betroffene erschöpft und kraftlos.
Unterschied zwischen Migräne und Schlaganfall
Die Symptome einer Aura können einem Schlaganfall ähneln. Deshalb ist Vorsicht wichtig.
| Migräne mit Aura | Schlaganfall |
|---|---|
| Symptome entwickeln sich langsam | Symptome treten plötzlich auf |
| Beschwerden verschwinden meist vollständig | Symptome bleiben oft bestehen |
| Häufig Sehstörungen | Häufig Lähmungen |
| Typische Kopfschmerzen danach | Nicht immer Kopfschmerzen |
Bei erstmaligen oder ungewöhnlich starken Beschwerden sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der Beschwerden und der Häufigkeit der Attacken.
Medikamente
Häufig verwendete Mittel sind:
- Schmerzmittel
- Triptane
- Medikamente gegen Übelkeit
Die Einnahme sollte möglichst früh erfolgen.
Ruhe und Entspannung
Viele Betroffene profitieren von Ruhe, Dunkelheit und ausreichend Schlaf.
Vorbeugende Maßnahmen
Wer regelmäßig Migräne hat, kann durch bestimmte Gewohnheiten vorbeugen.
Migräne vorbeugen
Regelmäßiger Schlaf
Ein stabiler Schlafrhythmus entlastet das Nervensystem.
Gesunde Ernährung
Ausgewogene Mahlzeiten und genügend Flüssigkeit können helfen.
Bewegung
Leichter Ausdauersport wirkt sich oft positiv aus.
Stress reduzieren
Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können Attacken verringern.
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Ein Arztbesuch ist wichtig, wenn:
- die Aura erstmals auftritt
- starke Lähmungen entstehen
- Symptome länger als eine Stunde anhalten
- ungewöhnlich starke Kopfschmerzen auftreten
- Bewusstseinsstörungen vorkommen
Eine schnelle Untersuchung hilft, ernste Erkrankungen auszuschließen.
Leben mit Migräne mit Aura
Viele Menschen lernen im Laufe der Zeit, ihre persönlichen Auslöser besser zu erkennen. Ein Migränetagebuch kann helfen, Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Beschwerden sichtbar zu machen.
Mit einer passenden Behandlung und bewussten Lebensgewohnheiten lassen sich viele Attacken reduzieren.
Fazit
Migräne mit Aura ist eine neurologische Erkrankung, die oft mit Sehstörungen, Kribbeln oder Sprachproblemen beginnt. Die Beschwerden können belastend sein, verschwinden jedoch meist wieder vollständig. Durch eine gesunde Lebensweise, Stressabbau und eine frühzeitige Behandlung können viele Betroffene ihre Lebensqualität deutlich verbessern und Migräneattacken besser kontrollieren.